FESSTVaL Experiment - Woche 14

In der vierzehnten Woche des Messexperiments gab es zwei schöne Wetterextreme zu beobachten. Zu Wochenbeginn erreichte und ein Sturmtief aus Skandinavien, mit kalt-feuchter Luft. Es brachte dabei zahlreiche Windböen mit sich. Diese konnten wir mit zusätzlichen Radiosonden in unserem Datensatz festhalten.

Am Wochenende folgte dann ein Tiefdruckgebiet, das schon ab Samstagabend eine große Menge Regen mit sich brachte: 65 mm fielen in 14 Stunden. Dieser Starkregen führte zu zahlreichen kleineren Überschwemmungen in der Region und signifikanter Pfützenbildung.

Neben den Wetterphänomenen standen noch einmal Messgeräte im Fokus: zwei MRW wurden am Mittwoch kalibriert. Nun folgt die letzte vollständige Woche der Kampagne. Die Vorbereitungen für den Abbau der Messinstallationen sind schon im Gange.


FESSTVaL Experiment - Woche 13

Woche dreizehn der FESSTVaL-Kampagne war nicht so unglücklich, wie die Zahl vermuten lässt. Wir haben gleich zu Anfang der Woche zwei beeindruckende Cold Pools gemessen. Beide waren von den numerischen Wettervorhersagemodellen schlecht vorhergesagt und durch starken Temperaturabfall, einsetzende Niederschläge und eine Zunahme der oberflächennahen Windgeschwindigkeit gekennzeichnet. Cold Pool ‚Frank‘ am Montag und ‚Stephanie‘ am Dienstag erreichten am späten Abend gegen 22:00 Uhr Ortszeit das FESSTVaL-Areal. Das Ereignis am Dienstag kam zunächst direkt von Westen auf uns zu und drehte kurz vor dem Eintritt in das Messnetz von FESSTVaL leicht nach Norden. Dabei haben wir Blitze und einen schönen Amboss gesehen (Foto unten).

Der Rest der Woche war vergleichsweise ruhig, trocken und warm aufgrund eines halbstationären Hochdrucksystems, das die lokalen Wetterbedingungen bestimmte. Weitestgehende Wolkenfreihit führte zu idealen Bedingungen für die Entwicklung einer stabil geschichteten nächtlichen Grenzschicht in zwei aufeinanderfolgenden Nächten. Diese wurden genauer prookolliert mit zusätzlichen Radiosondenstarts um 21 und 03 UTC. Die Oberflächeninversion in der ersten Nacht war für diese Jahreszeit ungewöhnlich stark. Wir haben hier auch nächtliche Low-Level-Jets gesehen, allerdings mit relativ geringen Windgeschwindigkeiten in ihrem Kern aufgrund des schwachen horizontalen Druckgradienten. Eine erhöhte Aerosolbelastung gegen Ende der Woche führte schließlich zu malerischen Sonnenuntergängen (Foto unten). Es ermöglichte auch interessante Tagesmessungen der optischen Aerosoltiefe mit einem neuen von UoC erworbenen Sonnenphotometer, das mit den in Lindenberg installierten Instrumenten verglichen wird. Auch Freitag, der 13. dieser Woche, war somit ein Glückstag mit interessantem Wetter und einer vorbeiziehenden Aerosolfahne - ein toller Abschluss kurz vor einem ruhigen, sonnigen und warmen Sommerwochenende.


FESSTVaL Experiment - Woche 11 und 12

Ende Juli reihten sich einige, aus FESSTVaL Sicht meteorologisch eher unspektakuläre Tage aneinander. Das Wetter war meist ruhig, mit lockerer bis geschlossener Wolkendecke und moderaten Windgeschwindigkeiten. Ab und an gab es Hoffnung auf Schauer und Gewitter, die jedoch im Gebiet des Experiments nicht erfüllt wurden. Ein paar nette Wolkenformationen waren dennoch zu beobachten, insbesondere als sich am Wochenende des 31. Juli die Kaltfront "Ferdinand" näherte. Sie brachte auch einige Regenschauer mit sich.

Der Doppler Lidar Vergleichsaufbau wurde in Woche 11 in den Gust Mode versetzt. Die parallelen Messungen sollen die Qualität der mit den verschiedenen Geräten erfassten Daten sichern. Insgesamt laufen aktuell acht Lidare verschiedener Hersteller bzw. Bauart nebeneinander. In Woche 12 wurden sie wieder in den geplanten anfänglichen Messmodus versetzt, befinden sich aber alle noch in Falkenberg. Die Rückkehr an ihren ursprünglichen Platz mit der Bildung des „Messdreiecks“ durch die Supersites ist für Dienstag nächster Woche geplant.

Die 12. Woche des Messexperiments war dann eine Woche voller Fehlalarme und ohne starke Niederschläge in Lindenberg. Der Regen weichte der Region beharrlich aus, selbst wenn eine Front durchzog. Damit war die Region zwar von einigen stärkeren Regenschauern betroffen, die sich immerhin indirekt auf die Temperatur an unseren Messstandorten auswirkten.
Interessant waren allerdings zwei nächtliche Low-Level-Jet-Ereignisse: eines im Zusammenhang mit einem Cold Pool und ein weiteres mit nächtlicher Temperaturinversion. Außerdem war der Sonntag (8. August) für die Böen-Enthusiasten relativ interessant, mit Winden über 10 m/s in 10 m Höhe.

 


FESSTVaL Experiment - Woche 10

In Woche 10 des Messexperimentes wurden ein paar Änderungen am Messinstrument-Aufbau vorgenommen. Das Raman Lidar unserer Partner vom KIT wurde noch ein paar Tage betrieben, bildliche Eindrücke unten, und dann am Freitag abgebaut, sodass es zu neuen Einsätzen reisen kann (ein Video des Abbaus gibt es hier zu sehen).
Unsere Lidare wurden am Mittwoch in Falkenberg zusammengebracht. Hier werden sie in den kommenden Tagen eine Reihe Vergleichsmessungen durchführen. Verschiedene Messmodi werden gleichzeitig durchgeführt und die Resultate einander gegenübergestellt. Dementsprechend befindet sich also nun eine kleine FESSTVaL Schafherde auf dem Gelände der Supersite…

Am Sonntag waren Unwetter zu erwarten, sodass zusätzliche Radiosondenaufstiege eingeplant- und durchgeführt wurden: vor und nach dem Durchgang des Gewitters (gegen 16 Uhr Ortszeit). Südlich von Lindenberg entstanden großflächige konvektive Zellen, die sich nach Norden verlagerten. Dabei entstand ein starker Cold Pool, der in Lindenberg und Falkenberg von unseren Geräten erfasst wurde. Es kam zu einem Temperaturabfall von ca. 10 K und Niederschlag zwischen 2.5 und 4.5 mm.


FESSTVaL Experiment - Woche 9

Woche 9 versprach den ersten Prognosen zufolge eine aufregende zu werden. Der Montag startete mit sommerlichem Wetter und harmlosen Quellwolken. Im Laufe des Dienstagabends braute sich südöstlich von der Kampagnenregion jedoch eine Gewitterfront zusammen. Die diensthabenden Forscher vor Ort machten sich dementsprechend bereit für eine lange Nacht. Radiosondenstarts erfolgten um 20:45 und 22:45 Uhr UTC. – denn dazwischen krachte es heftig genau über unseren Messgeräten am MOL-RAO und in der Umgebung. Jackpot!

Donnerstag und Samstag wurden ebenfalls zusätzliche Radiosonden gestartet. Die Gewitterzellen zogen dabei im nahen umliegenden Gebiet von Lindenberg durch.
Auch wenn die SOP vorbei ist, die Jagd auf Cold Pools geht weiter, und auch die Turbulenzen und Windcharakteristika können mit den dauerhaft betriebenen Messequipment an den Supersites genau vermessen werden. Schön, dass wir noch ein paar Wochen weiter auf der Jagd sein können.


FESSTVaL Experiment - Woche 7 und 8 (SOP)

Der erste große Cold Pool, der unser Messgebiet vollständig getroffen hat, ereignete sich am Dienstag, 29.06. Passend zu Achtelfinal-Spiel der Deutschen Herrenfußballer, grummelte und rumorte es am frühen Abend über Lindenberg und Falkenberg. Das FESSTVaL Team hat natürlich mehr Augen für Turbulenzen und Kaltluftausflüsse, und startete Radiosonden und Drohnen, um das Ereignis möglichst gut messtechnisch zu erfassen. Unten stehend ein paar Impressionen davon.
Der Name dieses bmerkenswerten Cold Pools lautet übrigens "Jogi"...

Die folgenden zwei Tage waren regnerisch grau. Am letzten Tag der SOP (02. Juli) konnten glücklicherweise aber die Flieger noch einmal mit Drohnen und UAS letzte Messflüge unternehmen.

Zu Beginn von Woche 8 stand dann wieder Nieselregen auf dem Plan. Am Montagnachmittag allerdings keimte die Hoffnung auf kleinere Cold Pools auf. Diese jedoch verendeten noch bevor sie das FESSTVaL Gebiet erreichten – quasi ein Friedhof der Cold Pools also. Darauf folgte wieder Regen und grau in grau, bis am Freitag (09. Juli) gleich mehrere Cold Pools, begleitet von Hagel und spannenden Turbulenzen, über die Region zogen. Erneut konnten Radiosonden gestartet werden und der Datenschatz hierzu wird nun gesichtet.

Während der Messungen Ende Juni war im Übrigen auch ein Fernsehteam bei uns vor Ort und hat uns mehrere Tage begleitet. Das Ergebnis war zu sehen in den Tagesthemen am 08.Juli, und nun auch hier: Auf der Suche nach Blitz und Donner


FESSTVaL Experiment - Woche 6 (SOP)

Woche drei der SOP war wechselhaft. Zu Beginn heiß-stickig mit Tendenz zu Wärmegewittern, zwischenzeitlich waren starke Niederschläge zu erwarten. Im Verlauf der Woche kühlte es etwas ab und es gab auch dichte Wolkendecken mit nahezu Windstille.

Ein wenig Hoffnung auf schöne Ereignisse in den Messdaten lag auf den Regenschauern. Allerdings hätten wir wohl auf die Erfahrung der Ortsansässigen hören sollen. Denn eine ältere Dame kommentierte die Reparatur einer APOLLO Station mit der Aussage "Ooch wissen se - dett lohnt nich! Dett regnet nie hier - jeht immer ans uns vorbei!". Sie sollte Recht behalten... (siehe Radarbild unten).

Es war dennoch nicht wenig los an Messaktivitäten in Falkenberg und Umgebung: Im Laufe der Woche fanden durch die DLR insgesamt 48 Messflüge statt, jeweils mit bis zu 20 UAS pro Flug. Dabei gab es auch zahlreiche Kalibrationsflüge am 99 m hohen Referenzmast in Falkenberg. Impressionen und Quicklooks dazu untenstehend.

 

 


FESSTVaL Experiment - Woche 5 (SOP)

Die zweite Woche der SOP startete mit blauem Himmel und weit und breit keinem Niederschlag in Sicht. In den nächsten Tagen wurde es zunehmen wärmer, bis hin zu sehr heißen Tagen am Wochenende. Dies ließ die Hoffnung auf Cold Pools und interessante atmosphärische Turbulenzen steigen.

Insbesondere der Samstag, 19 Juni, war von großem Interesse: es fanden ergänzende Radiosondenaufstiege statt und die Partner der Universität Tübingen flogen mit ihrem UAS und Quadrocoptern schon früh am Morgen, um die Struktur der unteren Atmosphäre zu vermessen. Und ja, es gab Gewitter – sichtbar in der Ferne allerdings nur. Auch am Sonntag fanden sich einzelne Regenschauer und Gewitter in der Region, während bei etwa 35° C die feuchtwarme instabile tropische Luft weitere Radiosondenaufstiege interessant machte. Der Regen in Lindenberg blieb jedoch aus.

Auf dem nebenstehenden Bild ist ein UAS vor malerischem Sonnenuntergang zu sehen. Wenige Flüge danach kam es leider zu einem ersten ernsteren Zwischenfall – der Flieger stürzte ab. Dabei wurde er leider beschädigt. Rumpf und Tragflächen haben den Absturz nicht unbeschädigt überlebt. Aber zunächst einmal wichtig: Es ist niemand und nichts Weiteres zu Schaden gekommen. Die Fehlersuche ist abgeschlossen und das Problem gefunden, die Reparatur läuft. Glücklicherweise gibt es ein Ersatzflugzeug, sodass weiterhin geflogen werden kann.

 


FESSTVaL Experiment - Woche 4 (SOP)

Am 07. Juni 2021 startete die "SOP" des Experiments. SOP ist das Akronym für "special observation period", also eine Zeit mit besonders zahlreichen und speziellen Messungen. In FESSTVaL bedeutet dies unter anderem, dass unsere externen Partner vor Ort sind: UAS (Unmanned Aircraft System) und Quadcopter fliegen vertikale Profile ab und liefern so Daten zum Aufbau der unteren Atmosphäre. Für die Bereiche darüber starten vermehrt Radiosonden

Zu Beginn der Woche waren die Wetter-Bedingungen in erster Linie sommerlich und von einem stabilen Hoch geprägt. Am Donnerstag (10. Juni) fanden dann die ersten drei Flüge mit den UAS der Uni Tübingen statt, wie auch außerordentliche Radiosondenaufstiege. Am Samstag (12. Juni) folgte dann ein Kaltfrondurchgang mit starker Bewölkung und Regen. Dieser ist in einem Zeitraffervideo festgehalten (siehe unten).

Außerdem: An prominenter Stelle im TV wurde am Freitag über unsere Messungen zur Gewitterforschung berichtet. ZDF Wetter strahlte einen kurzen Clip im Anschluss an den Wetterbericht aus, zu sehen ist dieser hier.


FESSTVaL Experiment - Woche 2 und 3

Die ersten Wochen des Messexperiments sind nun vorbei. An einigen Stellen wird noch gewerkelt, wie zum Beispiel beim Aufbau des X-Band-Radars, oder auch bei der Feinjustierung der LiDARe und anderer Messgeräte.
Alles in allem laufen die Messungen jedoch bereits erfreulich gut. Wer einen Blick auf die aktuellen Daten werfen möchte, kann das hier unter "Schnellansichten" tun. Diese werden stetig ergänzt.

Das Wetter war in der ersten Juniwoche weitestgehend freundlich, wofür ein stabiles Hoch über Skandinavien sorgte. Dies bedeutete allerdings auch, dass Cold Pools nur selten zu erwarten waren. Auch die Gewitter im Westen und der Mitte Deutschlands erreichten das Experimentgebiet nicht. Dafür gab es täglich schönen blauen Himmel, wie die Bildeindrücke unten vermitteln.
In der letzten Mai-Woche jedoch gingen uns so einige Cold Pools ins Daten-Netz. Zahlreiche Schauer streiften über die Region. Und auch wenn dieses Wetter eher wenig typisch für einen späten Mai ist, so erfreute es das Forscherherz enorm.

Der Aufbau des X-Band-Radars in Falkenberg konnte am 3. Juni abgeschlossen werden. Somit haben wir nun auch hochaufgelöste Informationen zu dem Niederschlagen über unseren Supersites und Wetterstationen.

 


FESSTVaL Experiment Kampagnenstart - Woche 1

Die FESSTVaL Kampagne ist am Montag, 17. Mai 2021, erfolgreich gestartet. Wir freuen uns sehr auf diie kommenden drei Monate und sind gespannt, welchen Datenschatz wir erhalten.

In den vergangenen Wochen wurde viel Muskelkraft und logistischer Aufwand in die Installation der Messinstrumente gesteckt. Aber es hat sich gelohnt, denn der Aufbau ist weitestgehend abgeschlossen. Die Supersites Lindenberg, Falkenberg (beide DWD) und Birkholz (Gut Hirschaue) sind bestückt mit zahlreichen Instrumenten zur bodennahen und fernerkundlichen Vermessung der unteren Atmosphäre.

Außerdem sind ca. 100 Wetterstationen (APOLLOs und WXTs) an Straßenrändern im Landkreis Oder-Spree und Dahme-Spreewald in Betrieb, um zu messen, was diesen Sommer über vor, während und nach Gewittern in der bodennahen Atmosphäre passiert.

Aktuelle Messdaten finden sich auf unserer Webseite, zum Beispiel

Im Laufe der nächsten Tage werden diese Schnellansichten auf die aktuellen Messdaten noch erweitert.

Ein paar erste Impressionen der Region und des Kampagnenstarts geben die neben und unten stehenden Aufnahmen.


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